Kurzprosa · Phantastik

Tim Nolden

Geschichten, die kaum länger sind als ihr eigener Nachhall.


Tim Nolden schreibt auf kleinstem Raum. Seine Geschichten passen auf eine Postkarte und brauchen trotzdem einen Moment, bis man wieder ruhig atmet. Sie spielen in Wohnzimmern, Wartezimmern, U-Bahnen — vertrauten Orten, an denen etwas leise die Richtung wechselt. Kein Blut, kein Knall. Nur eine Tür, die sich einen Spalt zu weit öffnet, ein Name, der sich nicht mehr richtig anfühlt, ein Zimmer, das sich erinnert, obwohl niemand mehr da ist, der sich erinnern könnte.


Das Vertraute

Die Schauplätze sind gewöhnlich: ein Treppenhaus, ein Küchentisch, ein Wartezimmer. Das Unheimliche kommt nie von außen — es war die ganze Zeit da, nur leicht verschoben.

Die Kürze

Jede Geschichte ist kurz genug, um in einer Wartezeit gelesen zu werden, und lang genug, um sie nicht wieder loszulassen. Nichts wird erklärt, was nicht erklärt werden muss.

Der Nachhall

Am Ende steht selten eine Antwort. Was bleibt, ist ein Gefühl, das sich erst später einstellt — auf dem Nachhauseweg, beim Licht-Ausschalten, im zweiten Blick in den Spiegel.


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